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The World Wide Whirlpool

By Taban Khajehnassiri
Was ist „The World Wide Whirlpool“? Lass mich es dir erklären!


Ich heiße Taban Khadjehnassiri, bin im Juni 1967 in Teheran geboren und auch dort auf die Schule gegangen. Nach dem Abitur habe ich an der Teheraner Azad-Universität English studiert und mein Studium abgeschlossen. Schon damals wusste ich, dass nur mit meinem Uni-Abschluß nicht viel anzufangen ist. Nach der Uni habe ich 2 Jahre im Fernsehen (IRIB) als Übersetzer der Sport-Nachrichten und Satellit- Koordinator gearbeitet. Doch das war nicht, was ich suchte und ich hatte das Gefühl, das ich mich nicht sehr gut entwickeln konnte. Deshalb habe ich mich währenddessen sehr intensiv mit Computer, Kommunikation, Internet und WEB-Design beschäftigt und auseinandergesetzt. Darüber hinaus habe ich für verschiedene Firmen ihre Websites entworfen, sie beraten und war als freier Journalist bei diversen Zeitschriften tätig.

Während ich mich in die virtuelle Welt vertieft habe, habe ich festgestellt, dies ist eine Welt, die sehr ernsthaft in unsere reale Welt eingedrungen ist und wir damit leben müssen, ob wir nun wollen oder nicht. So habe ich meine eigene Theorie „The World Wide Whirlpool“ aufgestellt. Diese Theorie besagt, dass die virtuelle Welt uns wie ein Strudel in sich hinein zieht da kommen wir nicht drum herum. Die heutige Welt ist von der digitalen Welt abhängig. Wir brauchen einfach die Digital-Technologie und alle mit ihr verbundenen Technologien wie etwa die Mobile-Kommunikation, den Satellit-Anschluss usw., ohne sie läuft fast gar nichts. Zur Zeit können wir behaupten, dass über ein sechstel der Weltbevölkerung bereits in diesen Strudel hineingezogen worden ist. Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass ich nichts gegen dieses Phänomen habe. Ich möchte nur damit sagen, dass es aktiv ist und von Natur aus die Eigenschaft besitzt, die Menschen in sich hinein zu ziehen. Und was der Mensch in diesem Wirrwar tun muss, ist: schnell denken, schnell entscheiden und handeln, schnell lernen und die anderen ausbilden und informieren. Sonst kommt man auch selbst nicht voran.

Nehmen wir einmal die neuen Handys. Sie sind nicht mehr die von vor 10 oder 15 Jahren, die nur zum Telefonieren oder SMS Schicken gut waren. Es ist die neue Generation von Handys, die Tag für Tag neu entwickt wird. Heute kann man damit Filme drehen, Fotos schießen und schicken, Sound und Musik aufnehemen, ja sogar Videocall tätigen. In vielen heiklen Situationen, wo kein professioneller Journalist oder Kameramann vorort ist, sind „normale“ Menschen da und registrieren die Ereignisse. Sie berichten und stellen ihre Material den Medien zur Verfügung oder zeigen ihre selbstgeschossenen Fotos in ihren Homepages oder Weblogs. Also fragt man sich: wie nennt sich nun das neue Phänomen von „Handy-Berichterstattung“? Das hat seinen eigenen Namen und zwar „Citizen – Journalism“ . Das heißt, jeder normale Bürger mit einem geeigneten Handy kann sozusagen mehr oder weniger Journalist spielen. Seine Themen sind zwar nicht richtig recherchiert und zeigen keine Hintergründe, aber sie können trotzdem in vielen Situationen sehr aufschlussreich sein. Das erleben wir besonders heute im Iran. Man kann fast gar nichts mehr verleugnen oder verheimlichen, kaum ist etwas passiert, schon sieht man es ein paar Minuten später im Internet. Als Beispiel kann ich die Überschwämmung von Qom Anfang April 2009 nennen, worüber in den öffentlich-rechtlichen Medien fast gar nichts berichtet wurde. Doch die Bürger von Qom waren vorort und haben erschütternde Fotos und Videoclips gemacht und ins Internet gestellt.

Und hier kommt noch ein anderes neues Pähnomen ins Spiel. Etwas, was wir bis vor ein paar Jahren nicht hatten. Es gibt heute diverse Weblogs, Wikis, Foren, und soziale Netze im Internet so wie Flickr, Facebook, Youtube, Twitter, Friendfeed usw., wo Menschen ihre Bilder, Filme, Persönliches und alles Mögliche publik machen. Das „Social Media“ hat mittlerweile seinen eigenen Platz in der virtuellen Welt gefunden und seine Rolle hat sich bewährt. Auch hier komme ich wieder zu meinem „The World Wide Whirlpool“ zurück, wo wir den Sog der Menschen im Strudel beobachten. Dort versucht jeder, sich selbst immer mehr mitzuteilen, zu zeigen was er weiß und gleichzeitig, sich zu informieren. Das ist ein Informationsaustaush von enormer Dimension. Dies ist derart umfangreich, vielfältig und tiefsinnig, wogegen die bewährten und einflußreichen Mendien ziemlich klein aussehen. Die Fernsehanstalten so wie BBC (Farsi), VOA (Voice of America), DW usw. ernten und übertragen nur noch eine Schaumschicht von alle dem. Nicht selten kommt es vor, dass wir über Ereignisse zuerst in den privaten Weblogs oder sozialen Netzen lesen und erst später in den Medien darüber hören oder lesen.

Was all diese Dinge noch miteinander verbindet, ist das sogenannte „Social Media“. Darunter versteht man eine Art Zusammenfassung von verschiedenen Interpretationen über ein einziges Thema. Hierbei äußert der Verfasser nicht nur seine eigenen Meinungen oder Infos über ein Thema, es werden noch Zitate und Kommentare von anderen Personen verfasst und mitgeteilt. Dies entwickelt sich zu einer wechselseitigen Diskussion, an der mehrere Personen teilnehmen. So hat der Leser die Möglichkeit, ein Ereignis aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Es ist natürlich nicht zu vermeiden, dass manchmal auch falsche Gerüchte verbreitet werden. Auch hier kommt es nicht selten vor, dass man etwas liest und Stunden später wird das Gerücht von offiziellen Websites und Nachrichtenagenturen dementiert. Das gehöhrt alles dazu. Hier benötigen wir also eine Art Medienbildung, die uns hilft, die Gerüchte und korrekten Nachrichten auseinander halten zu können und ein richtiges Verständnis über Ereignisse zu haben.

Über ein Jahrzehnt studiere, denke und recherchiere ich über diese Themen. Als die Uhr erfunden wurde, sagten wir, dass unser Gehirn wie eine Uhr funktioniere, als der Computer erfunden wurde, sagten wir, dass unser Gehirn wie ein Computer funktioniere, nun können wir behaupten, dass unser Gehirn sich den neuen Umständen anpasst. Es funkioniert wie das Internet, es funktioniert wie das Web2, es funktioniert wie das social networks und das social media....Es funktioniert wie „The World Wide Whirlpool“.

 
 

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